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· 10:04

Dr. Mathias Kleiß berichtet über den europäischen Krebskongress

Was gibt es Neues in Forschung und Entwicklung? Über zielgerichtete Therapien und Methadon als mögliches Krebsmedikament

Der Jahreskongress der ESMO (European Society for Medical Oncology) fand aktuell vom 19. – 23. Oktober 2018 in München statt. Mehrere tausend Onkologen aus aller Welt tauschten sich über Neuigkeiten in Forschung und Entwicklung im Bereich der Krebserkrankungen aus.

Im Vordergrund stand die zunehmende Charakterisierung von Krebserkrankungen durch die Untersuchung molekulargenetischer Krebszelleigenschaften mit der Möglichkeit, eine zielgerichtete Therapie der Krebserkrankung durchführen zu können. Künstlich hergestellte Antikörper sowie speziell hergestellte molekulare Substanzen attackieren gezielt die Krebszellen. Mit der Messung von Tumor-DNA (Erbsubstanz) von Krebszellen im Blut könnte die Steuerung der Behandlung von Krebserkrankungen in Zukunft verfeinert werden. Moderne Techniken erlauben den experimentellen Einsatz neuer Substanzen gegen Krebserkrankungen.

Um ein solches Angebot nutzen zu können, ist die Partnerschaft mit einem universitären Zentrum Voraussetzung. Die DRK-Kliniken Nordhessen arbeiten beispielsweise mit der UMG (Universitätsmedizin Göttingen) zusammen. Insgesamt wurde sehr viel Neues über die Behandlung von Krebserkrankungen berichtet. Auffallend ist, dass Methadon als mögliches Krebsmedikament auf dem wichtigsten europäischen Kongress zum Thema Krebserkrankungen überhaupt kein Thema war. Der Irrglaube, Methadon könnte gegen Krebserkrankungen helfen, existiert offenbar nur in Deutschland.

Ihr Mathias Kleiß
Chefarzt der Klinik für Interdisziplinäre Onkologie, Pneumologie

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