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DRK-Kliniken nehmen Antrag auf Insolvenz zurück

Sanierungsgeschäftsführer Alexander Lottis mit sofortiger Wirkung abberufen

 

Kassel (11.06.2021). Die DRK-Kliniken haben eine neue Geschäftsführung: Nachdem am Donnerstag die Gesellschafterversammlung der DRK-Kliniken Nordhessen Sanierungsgeschäftsführer Alexander Lottis abberufen hatte, haben sich beide Gesellschafter auf einen neuen zweiten Interimsmanager geeinigt. Die DRK-Schwesternschaft und der Verein DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE) haben Manuel Berger beauftragt, zwischenzeitlich die Geschäftsführung für den wirtschaftlichen Part der Klinik zu übernehmen. Berger wird ab sofort gemeinsam mit Claudia Nehrig, Oberin der Schwesternschaft und Pflegedirektorin, die Klinik leiten.

„Unser erstes Ziel ist es, den Insolvenzantrag so schnell wie möglich zurückzunehmen“, skizziert Claudia Nehrig die nächsten Schritte. Hierzu haben Nehrig und Berger als erste gemeinsame Handlung die Banken von ihrem Bankengeheimnis befreit, so dass diese nun mit dem Kaufinteressenten, für den sich die Gesellschafterversammlung entschieden hatte, sprechen können. „Wir werden jetzt, wo jeder transparente Sicht auf die Klinik hat, prüfen, wo wir wirklich wirtschaftlich stehen“, betont Berger.

Berger: „Die DRK-Kliniken sind das zweitgrößte Haus in Kassel, wir sind mit unserem medizinischen Angebot keine Konkurrenz für die anderen Häuser, sondern eher sinnvolle Ergänzung, wir haben eine Größe, die gut zu managen ist – das ist eine hervorragende Ausgangslage.“ Noch im Juni sollen die Unterlagen geprüft und die Kaufverträge abgeschlossen sein. „Wir haben viele Pläne mit unseren Kliniken“, so Nehrig. Das Wichtigste sei nun aber, die Kredite mit Hilfe des neuen Gesellschafters abzulösen. Fest steht: Die Bietergemeinschaft will in den nächsten Jahren rund 60 Millionen Euro in die Traditionsklinik in Kassel investieren, allein 30 Millionen davon für Bauprojekte.

Nehrig und Berger haben heute in mehreren - zum Teil digitalen - Versammlungen die Beschäftigten informiert. Wichtigste Botschaft dabei: Die Gehälter sind sicher, niemand muss Insolvenzgeld beantragen. Und natürlich läuft der Krankenhausbetrieb ganz normal weiter.

Manuel Berger kennt das Krankenhausgeschäft von der Pike auf. Seit über zwei Jahren ist der 49-Jährige Geschäftsführer bei Consus Clinicmanagement, zuvor hat er 16 Jahre bei Helios, einem deutschlandweit tätigen Krankenhausunternehmen, in unterschiedlichsten leitenden Funktionen gearbeitet.

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