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Erfolgreiche Rezertifizierung als Zentrum für Alterstraumatologie

Kassel (11.02.20). Elisabeth Brandt ist 96 Jahre alt und hatte solche Schmerzen, dass schon leichte Berührungen eine Qual waren. Die Diagnose: Schwere Arthrose im Hüftgelenk. Prof. Dr. Benjamin Bücking, Chef der Orthopädie, Unfallchirurgie und Alterstraumatologie am DRK-Klinikum Nordhessen schlug vor, eine neue Hüfte einzusetzen. Der Mediziner wurde unlängst mit seiner Klinik rezertifiziert als „Zentrum für Alterstraumatologie“.

Freuen sich mit Elisabeth Brandt über ein schmerzfreies Leben: Andreas Karras (l.), Chefarzt der Klinik für Altersmedizin und Geriatrie in Kaufungen und Prof. Dr. Benjamin Bücking, Chef der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Alterstraumatologie.

„Wir behandeln eigentlich schwerpunktmäßig alte Menschen, die verunfallt sind“, erläutert der 40-Jährige. Gemeinsam mit der Klinik für Altersmedizin und Geriatrie an den DRK-Kliniken, die vom Zentrumsleiter Chefarzt Dr. Jürgen Sasse und Chefarzt Andreas Karras geleitet wird, kümmern sich die Ärzte aber auch um Menschen, die einen geplanten Eingriff vornehmen lassen, wie im Fall von Frau Brandt. Die Dame profitierte von dem seit Jahren eingespielten Team, das sich von der Diagnose, über eine OP und Frühreha auf ältere und alte Patienten spezialisiert hat. „Die so genannten elektiven Eingriffe können wir daher genauso gut wie eine Not-OP nach einem Sturz“, so Bücking. 

Bereits in Wehlheiden, wo Bücking Elisabeth Brandt operierte, wurde die Patientin regelmäßig von einem Geriater visitiert. Nach einer Woche Aufenthalt in dem Akuthaus haben die Ärzte die Patientin dann nach Kaufungen in die Frühreha verlegt. Dort bleibt sie noch einmal zwei Wochen und wird dort umgekehrt regelmäßig von einem Orthopäden aus dem Akuthaus visitiert. Genau diese Verzahnung sowie die beteiligten Pflegekräfte, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgebildet sind, führte zu der erfolgreichen Rezertifizierung als Zentrum.

„Die gegenseitigen Visiten dienen natürlich außerdem dazu, dass ich als Orthopäde viel über Altersmedizin lerne, und der Altersmediziner viel über Orthopädie. Das ist eine wirklich gute Win-Win-Situation“, so Bücking. „Alt“ ist ein Patient nach Aussage der Mediziner ab 80 oder ab 70, wenn er mit vielen Nebenerkrankungen zu kämpfen hat. Das sieht Elisabeth Brandt allerdings gar nicht so. „Ich bin nicht alt“, strahlt sie, als sie zehn Tage nach der OP flink wie ein Wiesel über den Krankenhausflur läuft. Sie habe große Angst gehabt vor der OP. Und vor allem davor, im Anschluss in ein Pflegeheim zu müssen. Jetzt wolle sie nur jedem Patienten Mut machen, der auch vor der Entscheidung steht, ob er sich operieren lassen solle. „Meine Schmerzen sind weg und ich war bereits alleine duschen“, berichtet die gebürtige Kasselerin stolz. „Manchmal“, so Bücking, „ist eine OP eben doch das beste Schmerzmittel.“ 

 

 

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