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„Onko-Lean-Programm“: Ab 1. Juni schnell und individuell von der Diagnose zum Therapieplan / Amerikanisches Behandlungsprogramm als Vorbild

Kassel (04.06.2020). Wenn Patienten von ihrem behandelnden niedergelassenen Arzt mit der Diagnose „Krebs“ konfrontiert werden, stehen sie meist unter Schock. Schnelle, fundierte ärztliche Aufklärung kann dann zur Versachlichung beitragen, am besten sofort gekoppelt mit Behandlung. „Das ist unserer Erfahrung nach das, was betroffene Patientinnen und Patienten beruhigt“, sagt Dr. Mathias Kleiß, Chefarzt der Onkologie an den DRK-Klinken Nordhessen. Deshalb bietet er ab dem 01. Juni gemeinsam mit dem Chef der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie, Prof. Dr. Pawel Mroczkowski, einen Behandlungsablauf an, der seine Wurzeln in Amerika hat und Patienten enorm entlastet: das „Onko-Lean-Programm“.

Dr. Mathias Kleiß (links) und Prof. Dr. Pawel Mroczkowski haben das Onko-Lean-Programm an den DRK-Kliniken Nordhessen eingeführt.

Konkret kann ein niedergelassener Arzt nach dem Diagnosegespräch darauf vertrauen, dass sein Patient am folgenden Werktag ohne Anmeldung in die onkologische Ambulanz der DRK-Kliniken kommen kann. „Der Patient erhält dann in einem konzentrierten Ablauf alle notwendigen weiteren Untersuchungen und Maßnahmen“, erläutert Kleiß den Behandlungspfad. In wiederholten Arztgesprächen werden die Befunde besprochen und das weitere Vorgehen geplant. Ein psychoonkologisches Beratungsangebot ist selbstverständlich. Je nach Bedarf finden diese Untersuchungen ambulant oder stationär statt. „Wir stellen sicher, dass der Patient von Beginn an engmaschig betreut wird, keine unnötigen Wartezeiten im Ablauf erdulden muss und in den Tagen, in denen er von uns betreut wird, auch regelmäßig Gespräche mit den Behandlern führen kann“, so Mroczkowski. Damit profitieren die Patientinnen und Patienten von der engen und intensiven Zusammenarbeit der beteiligten Fachabteilungen, insbesondere Onkologie, Radiologie, Viszeralchirurgie, sowie bei Bedarf Palliativmedizin oder Geriatrie. In der Regel dauert es wenige Tage, bis alle nötigen Untersuchungen abgeschlossen sind. Danach folgt die interdisziplinäre Tumorkonferenz, in der alle beteiligten Fachdisziplinen die Ergebnisse und Befunde bewerten und eine Empfehlung für eine individuelle und leitliniengerechte Therapie erstellen. Diese wird dann mit dem Patienten besprochen.

Konzept aus Amerika

Das Konzept des „lean-hospital“ hat seinen Ursprung in Amerika. Alle Abläufe und Prozesse sind auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtet. Dadurch werden die Behandlungsabläufe einerseits schneller, Kontakte sowie Gespräche mit den behandelnden Ärzten können effektiver genutzt werden. „Lean“ kann aber auch mit „zielgerichtet“ übersetzt werden. Das bedeutet, alle Maßnahmen konzentrieren sich auf die aktuelle Tumorerkrankung. Dabei ist und bleibt der Hausarzt Ansprechpartner für alle medizinischen Probleme. Er erhält lediglich die nötige und gewünschte onkologische Unterstützung, quasi als „komplettes Service-Paket“. Auch niedergelassene Fachärzte bleiben im Rahmen der sektorenübergreifenden Patientenbetreuung selbstverständlich involviert und übernehmen beispielsweise endoskopische Untersuchungen. 

„Wir behandeln unsere Patientinnen und Patienten gleichzeitig nach modernsten Standards und Empfehlungen, aber wir individualisieren die Konzepte. Ein Patient kann alles auf ein maximal langes Überleben setzen, ein anderer, mit derselben Krankheit, möchte möglichst wenig Therapie, dafür aber mehr Zeit für die Familie haben. Wir können beide Strategien bedienen“ betont Mroczkowski. „Egal für welche Strategie der Patient sich entscheidet, garantieren wir, dass keine unnötigen Wartezeiten anfallen oder nicht notwendige Leistungen erbracht werden“, unterstreichen beide Chefärzte. 

Eine Anmeldung in der onkologischen Ambulanz der DRK-Kliniken Nordhessen ist nicht nötig. Rückfragen unter:  0561 / 3086-74180 oder -74201

 

 

 

 

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