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RKI veröffentlicht Zahlen zu Hautkrebs im Gesicht - Besondere OP-Technik in der MKG-Klinik verhindert sichtbare Narben nach OP

Kassel (09.06.20). Die Tage sind lang, der Sommer steht vor der Tür und damit haben Sonnenanbeter wieder Saison. Bekanntermaßen kann ungeschütztes Sonnenbaden aber gefährlich sein: Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Was viele Menschen unterschätzen: „Hautkrebs verbinden viele Menschen mit Haut, aber nicht mit dem Gesicht“, betont Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chef der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an den DRK-Kliniken Nordhessen. Jetzt hat das Robert Koch Institut (RKI) aktuelle Zahlen veröffentlicht, wonach drei Viertel aller Hautkrebsarten dem so genannten weißen Hautkrebs zugeordneten werden, 60 Prozent der Betroffenen haben ihn im Gesicht. Klar: Das Gesicht ist besonders exponiert. Rund 23.000 Menschen pro Jahr in ganz Deutschland  erkranken an schwarzem Hautkrebs, der als Therapie eine besonders frühzeitige und radikale Resektion erfordert – also das Herausschneiden der Krebsstelle. Eine chirurgische Aufgabe, die besonders im Gesicht großes Geschick erfordert. 

Prof. Terheyden und sein Team nutzen für diese Art OP bevorzugt die so genannte lokale Lappenplastik. Eine Technik, die für den Laien nicht schön klingt, aber im Ergebnis Handwerkskunst ist, die kaum sichtbare Spuren hinterlässt. Die Gesichtschirurgen machen sich bei OP’s dieser Art die Hautstruktur der Patienten zu Nutze. Sie setzen die Schnitte entlang der vorhandenen Falten, entfernen die Haut und schieben angrenzende Haut über die offene Wunde. „An vielen Stellen im Gesicht und an den Lippen  ist die Haut beweglich, das nutzen wir aus“, beschreibt Prof. Terheyden die Technik. Schon nach vier bis sechs Wochen ist von den Narben auf diese Weise kaum noch etwas zu sehen. Diese so genannte lokale Lappenplastik ist eine Technik, die besonders Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen beherrschen. „Wir sind MKG-Chirurgen, die den Einsatzort Gesicht ja schon in der Bezeichnung tragen“, so Prof. Terheyden.

„Um den Krebs zu entdecken, setzen wir unter anderem auf das zweijährige Hautkrebs-Screening der Hautärzte“, erläutert Prof. Terheyden. Ist die Diagnose gestellt, ist häufig ein chirurgischer Eingriff das Mittel der Wahl. Aber gerade im Gesicht ist dann chirurgisches Geschick gefragt – niemand trägt dort gerne Narben. Zumal die Operateure beim Herausschneiden einen so genannten Sicherheitsabstand berücksichtigen – also etwas mehr herausschneiden, als der Tumor groß ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass eventuell vereinzelte Krebszellen auch in der Peripherie des Tumors herausgeschnitten sind. „Noch besser als ein chirurgischer Eingriff ist aber natürlich der Sonnenschutz durch Kleidung oder Sonnenmilch“, so der Chirurg. Aber Vorsicht, wer nun Sonne strikt meidet: „Wir brauchen die Sonne, um Vitamin D zu bilden“, erläutert der Chirurg. Wie fast immer ist also auch beim Thema Sonneneinstrahlung die Balance wichtig. 

 

 

 

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