Details

· 13:42

Statement der Geschäftsführung: „Wir sind wütend!“

In einem deutlichen Statement wendet sich die Geschäftsführung der DRK-Kliniken an die Öffentlichkeit. Der aktuell vorliegende Gesetzesentwurf reicht nicht im Mindesten, um die Kosten für die Versorgung von Corona-Patienten zu decken.

 

Kassel (22.03.20).„Wir sind wütend: Wir haben alle Anforderungen der Bundesregierung umgesetzt, die angeordnet wurde, um auf den Ansturm von Corona-Patienten vorbereitet zu sein. Konkret haben wir alle verschiebbaren OP’s abgesagt, zum Teil Patienten, die bereits in unserem Haus waren, wieder entlassen, Intensivkapazitäten hochgefahren und wären bereit, einen stillgelegten Krankenhausstandort zu reaktivieren, was sicherlich mehr Sinn macht als Turnhallen und Hotels zu ertüchtigen. Aber das alles kostet Geld und mindert unsere Erlöse empfindlich. Wir haben an die Aussagen von Gesundheitsminister Spahn geglaubt, der einen adäquaten Finanzausgleich versprochen hat. Seit gestern wissen wir: Die in Aussicht gestellten Mittel reichen hinten und vorne nicht. 

Wir haben nicht genug Geld, um ausreichend Hygieneausstattung zu besorgen, da die Preise weltweit gerade exponentiell steigen, wir haben nicht genug Geld, um unsere Corona-Patienten adäquat zu versorgen, denn wir brauchen zusätzlich zu den Maßnahmen, die wir aus eigener Kraft gestemmt haben, Finanzhilfen, mit denen wir Beatmungsgeräte kaufen können. Und durch die Kapazitäten, die wir für Corona-Patienten freihalten, ist zudem die Versorgung von Notfallpatienten eingeschränkt. Das geht nicht nur uns so, das geht fast allen Häusern so. Konkret bedeutet der Gesetzesentwurf Folgendes:

  • Kein Ausgleich für den Mehraufwand für Verbrauchsmaterialien
  • Aufbau dringend benötigter Intensivkapazitäten wird grundlos verzögert
  • Pauschalbeträge decken Erlösausfall bei weitem nicht
  • Unverhältnismäßige Bürokratie wird nicht ausgesetzt und schränkt Versorgung ein
  • Deckelung der Ausgleichzahlungen führt zu Insolvenz-Welle bei Krankenhäusern, was die Versorgungssituation deutschlandweit noch prekärer macht

Wir fordern: Minister Spahn – stehen Sie zu Ihren Aussagen und unterstützen Sie die Krankenhäuser so, wie es unsere Situation gerade erfordert und wie es die Bevölkerung braucht. Sonst haben wir in naher Zukunft italienische Verhältnisse. 

Unser Dachverband Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat in Abstimmung mit vielen Krankenkassen folgenden Finanzierungsvorschlag gemacht, und zu dem stehen wir: 

  • Pragmatische, gerechte Finanzierung
  • Deckung der Mehrkosten für Schutzausstattung
  • Höhere Behandlungskosten werden finanziert
  • Einmalerstattung für zusätzliche Intensivbetten
  • Aussetzen aller bürokratischen Hürden zur Entlastung des Personals

Leider geschieht gerade das Gegenteil und das ist sehr gefährlich für alle Corona-Infizierten und für das deutsche Gesundheitssystem.

Alexander Lottis

Claudia Nehrig

Jens Horstmann“

 

Besuchen Sie uns auf Facebook: