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· 16:26

Von allen Seiten gegen Schmerz

Im Migräne Magazin beschreibt der Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin Dr. Andreas Böger die 5 Eckpfeiler der modernen Schmerztherapie

Patienten mit chronischen Schmerzen leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Abhilfe verspricht die Multimodale Schmerztherapie, die von der Deutschen Schmerzgesellschaft als wichtigste Errungenschaft in den letzten 25 Jahren bezeichnet wird. Der fachübergreifende Ansatz macht vor allem Patienten Mut, die trotz langer Ärzte-Odyssee immer noch mit Beschwerden zu kämpfen haben. In der aktuellen Ausgabe des Migräne Magazins skizziert der Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin, Dr. Andreas Böger, die zentralen Bausteine der Multimodalen Schmerztherapie:

1. Schmerzen lindern

Auch wenn Medikamente nicht alleine Schmerzen anhaltend lindern können, sind sie doch ein wichtiges Standbein in der modernen Schmerzmedizin. Sowohl frei verkäufliche als auch rezeptpflichtige Mittel beeinflussen die schmerzverursachenden  Stoffwechsel-Prozesse und kommen in der Multimodalen Schmerztherapie zum Einsatz. Wichtig: Um einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Blut zu erzielen, sollten die Arzneimittel nicht nur in akuten Situationen, sondern regelmäßig genommen werden.

2. Den Schmerz verstehen

In der Therapie informieren die Schmerzexperten den Patienten über seine Krankheit und wie er damit umgehen kann. Der Betroffene lernt beispielsweise, dass das vegetative Nervensystem bei Entspannungsübungen schmerzlindernde Substanzen produziert. Dass alleine schon ein erklärendes Gespräch die Beschwerden lindern kann, zeigen verschiede Studien. So verbesserte bereits eine 2,5-stündige Schulung bei Menschen mit Rückenschmerzen die Chance, wieder arbeiten zu können.

3. Die Psyche stärken

Viele Patienten verschlimmern ihren Zustand, weil sie „Schwarzmalen“ oder sich ständig auf die Beschwerden konzentrieren. In der Multimodalen Schmerztherapie versuchen Fachleute diese Verhaltensmuster aufzudecken und zu verändern. Wie jemand Schmerz empfindet ist dabei im Wesentlichen von seiner Lebensgeschichte abhängig.

4. Gezielt bewegen

Bewegung ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Multimodalen Schmerztherapie. Mit Hilfe von Krankengymnastik wird beispielsweise die Kopfhalte-Muskulatur aufgebaut. Regelmäßiger Ausdauersport senkt die Anfallshäufigkeit von Migräneattacken um ein Vielfaches. Je nach Beschwerdebild kommen auch Methoden wie Wärme- oder Kältetherapie, Manuelle Therapie - insbesondere die Osteopathie - oder die Crani-Sacral-Therapie zum Einsatz.

5. Regelmäßig entspannen

Mit aktiven Entspannungsverfahren lernt der Patient Anspannung proaktiv zu beeinflussen. Die Bandbreite reicht von Yoga über Tai-Chi bis hin zum Autogenen Training. Auch mit der Progressiven Muskelrelaxation lassen sich Schmerzzustände und die Zahl der benötigen Medikamente senken.

Der Schmerz ist in Ihrem Leben zum alltäglichen Begleiter geworden? Besuchen Sie uns in unserer Sprechstunde und wir gehen im Rahmen einer sorgfältigen und ganzheitlichen Untersuchung der Ursache auf den Grund.

 

 

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