Geschichte

Geschichte

Die Geschichte der Klinik ist verbunden mit dem Wirken tatkräftiger Frauen. 1869 gründete eine Versammlung von Frauen verschiedener gesellschaftlicher Kreise unter Mitwirkung der Unternehmerin Sophie Henschel den Vaterländischen Frauenverein in Kassel. Ziel des Vereins war die Pflege von im Krieg verwundeter Soldaten, gleichzeitig sollte auch in Friedenszeiten bei Not und Katastrophen Hilfe geleistet werden. Da durch den Einsatz im Deutsch-Französischen Krieg der Mangel an gut ausgebildeten Pflegekräften offensichtlich geworden war, widmete sich der Verein nach dem Krieg neben wohltätigen Aufgaben vor allem dem Anwerben und Ausbilden von geschulten Krankenpflegerinnen. Zu diesem Zweck gründete der Vaterländische Frauenverein 1875 eigens die DRK-Schwesternschaft Kassel. Die Schwestern errichteten eine Pflegestation in der Frankfurter Straße 31, die von zwei Pflegerinnen betreut wurde, gleichzeitig wurden zwei Schülerinnen ausgebildet.

Grundsteinlegung für das Rote Kreuz Krankenhaus

Im Oktober 1878 wurde im früheren Torgebäude am Wilhelmshöher Platz ein Kranken-Pensionat mit zunächst drei Betten eingerichtet - die Grundsteinlegung für das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel. 1882 folgte dann mit der „Kaiserin-Augusta-Stiftung“ eine eigene Krankenpflegeanstalt am damaligen Stadtrand im Königstor 68. Dieser Bau stellte damals ein großes Wagnis dar und wäre ohne die materielle Hilfe von Sophie Henschel nicht möglich gewesen. Das neue Haus verfügte zunächst über 38 Betten, wurde aber schnell auf 70 Betten vergrößert. 28 Schwestern lebten ab 1890 in einem eigenen Schwestern-Wohnhaus. Bis 1909 stieg die Zahl der Schwestern auf 114 an – sie führten ein „Musterkrankenhaus“, in dem sie hochwertige Pflege leisteten und optimal ausgebildet wurden.

1908 waren erneut die Kapazitätsgrenzen erreicht. Wieder spielte Sophie Henschel eine bedeutende Rolle. Durch ihre großzügige Stiftung konnte ein wesentlich größeres Krankenhaus an der Wilhelmshöher Allee errichtet und am 2. November 1908 eingeweiht werden. Es war ein modernes, geräumiges Krankenhaus mit 150 Betten, nebst Schwesternhaus, einer staatlich anerkannten Schwesternschule, Nebengebäuden und einem großen Garten.

Eine Gedenktafel in der Eingangshalle erinnert noch heute an den Verdienst, den Sophie Henschel in besonderer Weise für das Krankenhaus geleistet hat. Der Platz vor dem Krankenhaus erhielt ihren Namen.

Krieg und Wiederaufbau

Im Ersten sowie im Zweiten Weltkrieg kam wieder der ursprüngliche Gründungsgedanke der Schwestern zum Tragen: das Versorgen von Soldaten und der Einsatz im Heeresdienst. Nachdem die Schwesternschaft 1936 zunächst als "DRK-Schwesternschaft Kassel e.V." in die Selbstständigkeit entlassen worden war, erfolgte durch das Gleichschaltungsgesetz der Nationalsozialisten 1937 die Auflösung des Vereins in das Deutsche Rote Kreuz. 1939 wurden 250 Kasseler Rotkreuzschwestern zum Wehrmachtssanitätsdienst eingezogen und sowohl an der Front als auch in der Heimat eingesetzt. 1944/45 wurde das Krankenhaus durch Bomben komplett zerstört.

Begann der Wiederaufbau im Mai 1946, zog er sich aufgrund von Geldmangel jedoch bis 1949 hin. Auch die Besitzverhältnisse mussten nach dem Krieg neu geklärt werden. 1947 gründete sich die Schwesternschaft mit neuer Satzung unter dem Namen "Schwesternschaft Kassel vom Roten Kreuz in Hessen". Ab 1949 wurden die ersten Kranken im ersten restaurierten Teilabschnitt mit 110 Betten aufgenommen. In den folgenden Jahren wurde das Krankenhaus in mehreren Bauabschnitten wiederhergestellt.

Vom RHK zu den DRK-Kliniken Nordhessen

2016 vergrößert sich das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel und nimmt in der Pfarrstraße 19, in Kassel- Bettenhausen, einen zweiten Standort in Betrieb. 2017 fusioniert das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel mit der DRK Klinik Kaufungen zu den DRK-Kliniken Nordhessen. Mit diesem Zusammenschluss verfügt das Krankenhaus nun neben den beiden Standorten in Kassel (Kassel-Wehlheiden, Kassel-Bettenhausen) auch über einen dritten Standort in Kaufungen.

Zeittafel

Die DRK-Kliniken Nordhessen blicken auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Dabei stand und steht bis heute vor allem eines im Mittelpunkt: Das Wohl und die Gesundheit unserer Patienten.

1875

Der Vaterländische Frauenverein Zweigverein Kassel gründet die Vorläuferin der DRK-Schwesternschaft Kassel und richtet für sie eine Pflegestation in der Frankfurter Straße 31 ein.

1878

Am heutigen Wilhelmshöher Platz wird ein Krankenpensionat mit drei Betten eingerichtet. Damit ist der Grundstein für das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel gelegt.

1882

Am Königstor 68 wird die erste eigene Krankenpflegeanstalt eröffnet. Sie umfasst zunächst 38 Betten, wird aber schnell auf 70 Betten ausgebaut.

1908

In der Hansteinstraße 29, dem heutigen Hauptstandort der DRK-Kliniken Nordhessen, wird eine neue, größere Krankenpflegeanstalt eröffnet. Sie umfasst neben 150 Betten auch ein Schwesternhaus, eine staatlich anerkannte Schwesternschule und mehrere Nebengebäude. Ermöglicht wurden diese Maßnahmen vor allem durch Sophie Henschel. Die Unternehmerin engagierte sich sowohl finanziell als auch sozial für unser Krankenhaus.

1939-1945

Das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel wird durch alliierte Luftangriffe größtenteils zerstört.

1949

Nach jahrelangem Wiederaufbau erfolgt im Dezember 1949 die Neueröffnung eines ersten restaurierten Teilabschnitts mit 110 Betten. In den folgenden Jahren wird das Krankenhaus in mehreren Bauabschnitten wiederhergestellt.

1973

Einweihung des neugebauten Behandlungstraktes.

1992

Der Bettenhausanbau wird fertiggestellt.

2016

Das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel vergrößert sich und nimmt in der Pfarrstraße 19, in Kassel- Bettenhausen, einen zweiten Standort in Betrieb.

2017

Das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel fusioniert mit der DRK Klinik Kaufungen zu den DRK-Kliniken Nordhessen. Mit diesem Zusammenschluss verfügt unser Krankenhaus nun neben den beiden Standorten in Kassel (Kassel-Wehlheiden, Kassel-Bettenhausen) auch über einen dritten Standort, in Kaufungen.

Besuchen Sie uns auf Facebook: